Bewerbungsfoto: ja oder nein? Kommt auf den Markt an
Ob ein Bewerbungsfoto sinnvoll ist, hängt vom Land ab: in den USA und UK lieber weglassen, im DACH-Raum weiter üblich, und so entscheidest du richtig.
Ob ein Bewerbungsfoto sinnvoll ist, hängt vom Land ab: in den USA und UK lieber weglassen, im DACH-Raum weiter üblich, und so entscheidest du richtig.
Die kurze Antwort, die in den meisten Ratgebern untergeht: es gibt keine Regel, die überall gilt. Ein Foto, das dir in München hilft, kann deinen Lebenslauf in New York oder London direkt in den Papierkorb befördern. Die eigentliche Frage ist also nicht „Foto oder kein Foto", sondern „in welchen Markt bewerbe ich mich", und davon hängt alles ab.
Wenn du dir nur eines merkst: im Zweifel weglassen. Ein fehlendes Foto kostet dich selten etwas. Ein falsches schon eher.
In den USA und in Großbritannien ist der Standard klar: kein Foto. Und zwar deutlich.
Der Grund liegt im Diskriminierungsrecht. Ein Gesicht auf dem Lebenslauf verrät dem Leser dein ungefähres Alter, deine Herkunft, dein Geschlecht und mehr, bevor er eine einzige Zeile über deine Arbeit gelesen hat. Viele Firmen dort entfernen Fotos deshalb aktiv, bitten Recruiter, sie nicht weiterzuleiten, oder sortieren sie schon beim Eingang aus, damit keine Personalentscheidung an solche Merkmale geknüpft werden kann. Ein Foto wirkt dort nicht professionell. Es wirkt, als kenntest du die Gepflogenheiten nicht, und es schafft ein rechtliches Problem, das die Firma lieber vermeidet.
Dazu kommt ein praktischer Punkt. Bewerbersysteme lesen Text. Ein Bild trägt keinen Text, also wird es bestenfalls ignoriert und schlimmstenfalls bringt es das System durcheinander und verschiebt dein Layout. So oder so bringt dir das Foto nichts in dem System, das dich zuerst liest.
Wenn du dich auf Stellen in den USA oder UK bewirbst, und das gilt für die meisten internationalen Firmen, die nach diesem Modell einstellen, lass das Foto ganz weg.
Deutschland, Österreich und die Schweiz sind die andere Geschichte, und genau hier gehen der alte Rat und die neue Lage auseinander.
Jahrzehntelang gehörte ein professionelles Foto oben in der Ecke einfach dazu, Teil einer vollständigen Bewerbung neben Anschreiben und Zeugnissen. Diese Erwartung ist weicher geworden. Durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) darf kein Arbeitgeber ein Foto verlangen, und immer mehr größere und internationale Firmen im DACH-Raum bitten dich inzwischen, es wegzulassen, aus denselben Gründen wie in den USA und UK.
Aber „weicher" heißt nicht „weg". Viele Arbeitgeber, vor allem kleinere Betriebe, klassische Branchen und Stellen mit Kundenkontakt, erwarten weiter ein Foto und lesen sein Fehlen als unvollständige Bewerbung. Im DACH-Raum ist ein Foto also freiwillig und meist unproblematisch, während es in den USA und UK eher schadet. Das ist der ganze regionale Unterschied in einem Satz.
So entscheidest du für eine konkrete Bewerbung im DACH-Raum:
Wenn du eins beilegst, ist ein schwaches Foto schlimmer als gar keins. Der Maßstab ist professionell, nicht glamourös.
Eines sollte es nie sein: ein lustiges Bild, ein Gruppenausschnitt oder etwas, das erklärt werden muss. Das Foto soll kompetent und verlässlich wirken, mehr nicht.
Egal in welchem Land: oft liest dich eine Maschine, bevor ein Mensch es tut.
Ein Foto in einem komplizierten Kopfbereich, in einem Textfeld oder in einer zweispaltigen Vorlage ist genau die Stelle, an der Bewerbersysteme straucheln. Wenn du ein Foto beilegst, halt den Rest des Layouts schlicht und einspaltig, also in einem ATS-freundlichen Lebenslauf-Format, das sauber ausgelesen wird, und setz das Bild so, dass der Text drumherum sauber weiterläuft. Speicher im Format, das die Bewerbung verlangt, meist PDF.
Und wenn du nicht weißt, ob ein Arbeitgeber streng über ein Bewerbersystem filtert oder eine klassische Bewerbung mit Foto erwartet, ist diese Unsicherheit selbst ein Hinweis: nimm die schlichtere, textbasierte Version ohne Foto, denn die arbeitet nie gegen dich.
JobScalr ist eine mobile App, die eine konkrete Anzeige gegen deinen Lebenslauf liest, dir einen ehrlichen Match-Score von 0–100 mit der Begründung dahinter gibt und Lebenslauf wie Anschreiben passend umformuliert, ohne etwas zu erfinden, das du nicht getan hast. Die Foto-Frage nimmt sie dir nicht ab, die hängt vom Markt und von der Firma ab. Aber sie übernimmt das Abgleichen und Umschreiben, damit dir Zeit für die Entscheidungen wie diese bleibt.
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